Freitag, 8. Januar 2016

Teufelsloch - Christoph Heiden

Quelle: http://www.emons-verlag.de/
Buchinfos
erschienen im Emons Verlag, 2014
304 Seiten
ISBN 978-3-95451-443-4
Broschur - 10,90 €
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Inhalt
Ein Mann schlägt einen anderen halb tot und verschwindet – alle glauben an eine Flucht. Wenig später muss die Kriminalinspektion Jena feststellen, dass der Täter selbst zum Opfer wurde: Man findet ihn mit durchgeschnittener Kehle und in die Haut geritzten Zeichen. Henry Kilmer, Kommissar der KPI Jena, droht sich in dem Fall zu verlieren. Zu oft stehlen sich Opfer und Täter in seine Träume. Zu sehr bedrängen ihn die Geister seiner eigenen Vergangenheit . . .
(Quelle: Emons Verlag)

Der erste Satz

In einer sternenlosen Nacht lenkte sie das Auto über den Asphalt, während auf der Rückbank ihre Kinder vor Müdigkeit plärrten, sich die Haare rauften, einander zu kneifen versuchten.


Eigene Meinung
Mit "Teufelsloch" hat Christoph Heiden seinen ersten Kriminalroman veröffentlicht, der für jeden Krimi-Fan ein tolle Neuentdeckung sein dürfte. Mit spannender Erzählweise können wir Henry Kilmers ersten Fall mitverfolgen, der den Leser durch einen ausgeklügelten Mordfall sehr neugierig verfolgen lässt.

Ich selbst lese nur ganz selten Krimis, da ich (Psycho-)Thriller um einiges spannender finde. Hierbei habe ich jedoch einen guten Krimi lesen dürfen, der gar nicht so "sanft" daher kommt. Denn der Autor besticht durch einen sehr präzisen Schreibstil, der ohne viele Schnörkel auskommt. Die zum Teil derbere Wortwahl in den Dialogen oder im allgemeinen Verlauf, empfand ich als passend. Der Geschichte hat es die nötige Authentizität gegeben.

Des Weiteren gefiel mir die gewählte Ortschaft ganz besonders. Ich bin sehr vernarrt in das Bundesland Thüringen, dass zu meinen absoluten Lieblingsgegenden in Deutschland zählt. Leider bin ich bisher noch nicht in Jena gewesen, aber nach dieser Geschichte möchte ich auch unbedingt diese Stadt besuchen.

Einen weiteren Pluspunkt erhält die bildliche Sprache. Der Autor setzt in seiner Erzählweise als stilistisches Mittel häufiger Metaphern ein, welche in einer Spannungslektüre eher selten anzutreffen sind. Jedenfalls so, wie es Christoph Heiden einzubringen wusste. Ich fand es außerdem gut, dass viele Perspektiven beleuchtet wurden, sodass man sich in mehrere Charaktere hineinversetzen konnte.

Nach dem Lob kommen nun auch ein paar Kritikpunkte, die mein Lesevergnügen getrübt haben. Mir waren die Perspektivwechsel leider des öfteren zu abrupt und an den falschen Stellen. Da die Kapitel zudem auch nicht so lang waren, wurde ich zu schnell aus der aktuellen Handlung raus gerissen, sodass ich mich für 1-2 Seiten wieder neu orientieren musste, um kurz darauf wieder in eine andere oder zur vorherigen Perspektive zu springen. Manchen mag das gefallen, ich hatte damit keine richtige Freude.
Weiterhin war es für mich leider auch nur mäßig spannend. Ich wollte schon immerzu wissen, wie es weitergeht und wie das ganze aufgelöst wird, aber so richtig mitreißen konnte es mich nicht. Irgendwie befürchtete ich das, da ich, wie schon erwähnt, eher das Genre "Thriller" bevorzuge.

Fazit
Ein Krimi, der insbesondere durch den besonderen Schreibstil hervor sticht. Rasant erzählt, mit bildlicher Sprache, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Der Kriminalfall ist interessant zu verfolgen, aber weitestgehend seicht mit nur wenigen Momenten, die große Spannung erzeugen. Dennoch kein Buch für sanfte Gemüter, denn es gibt einige dunkle Einblicke, welche nicht nur reine Ermittlungsarbeit beschreiben. Für die hartgesotteten Krimileser in jedem Falle einen Blick wert!